The Paintings of Xavier Castellanos

Xavier was born in Geneva, Switzerland where he spent his childhood. He started painting at the age of four. His first solo exhibit was in Mexico City at the age of sixteen. He studied Fine Arts at The Art Students League of New York.

After a series of successful exhibits, he won public acclaim and admission into the Mexican art circles. His works are held in some museums and in numerous private and corporate collections. His talent has received recognition from masters such as Jose Luis Cuevas and Raul Anguiano. Since 1989 he has done more than 60 one-artist shows and has participated in more than 70 group exhibitions in the United States, Mexico and Europe.

He is a "unique blend": Swiss born and raised, French educated, Mexican artist/designer/thinker. He lived four years in New York City, and for over half of his life in San Francisco, California. He lives now in Mexico and in Berlin, Germany (in the Fall) where he paints and exhibits. He had a solo exhibit in Paris in 2014 and in Cancun in January 2015. He will continue some solo shows in 2015 in NYC, LA, SF, Houston and group exhibits in Mexico City and Berlin.

He has travelled in the USA, Canada, Mexico, Japan, South East Asia, Morocco, Egypt and all over Europe, including the Baltics, Turkey and St. Petersburg. His favorite places are Mexico, France, San Francisco, New York and Berlin


“I often think of poetry and painting as the same art form where colorful strokes and words connect to create a unified whole. Just as literary artists often convey a story between the lines of a text, I paint visions between colors and between ideas. I juxtapose intense and original figures (and sometimes  overwhelming urban landscapes) with premonitory dreams.


    I consider some of my paintings as enigmatic “maps” that negotiate real and emotional space. In this way, the figures, buildings and symbols drifting through the paintings may be thought of as the cartography of these “maps”. The viewer has to elucidate them in order for him to read the artist, and, as a result, to read the inside himself. In the maps remanents become revitalize, erased fragments reappear, and signs and symbols talk to themselves. Perhaps they speak quietly about invisible mirrors, old laberynths, or the inescapable death. I portray figures in a real context (or community) where all orders become mixed and confused: animal, vegetable and mineral...

    I paint between rigidity and overflow, large uniform surfaces next to small, busy detailed sections, in order to show that there is movement, an ebb and a flow of iconographies. I want to point out, among many things and as others have before me, the relationships of groups of existing emotional figures with their social actions, or lack of them.”


Lebenslauf

Xavier Castellanos wurde in Genf in der Schweiz geboren und wuchs dort auf. Mit 4 Jahren begann er zu malen und besuchte etwas später private Malkurse. Er und seine Familie zogen nach Mexico City um, wo er mit fünfzehn Jahren seine erste eigene Ausstellung hatte. Nach einer Reihe sehr erfolgreicher Ausstellungen gewann er öffentlich Aufmerksamkeit und erhielt Zutritt zum Künstlerkreis von Mexico City. Seine Werke werden in zahlreichen privaten und öffentlichen Kollektionen ausgestellt. Sein Talent wurde von vielen der Meister der mexikanischen Kunst beachtet - inklusive José Luis Cuevas und Raul Anguiano.

Xavier zog 1991 nach New York City, um Malerei an der "Art Student's League" zu studieren, wo er vier Jahre verbrachte. Seine Verdienste seit 1988 beinhalten mehr als 60 Solo- und mehr als 70 Gruppenausstellungen in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Europa. Im Moment teilt er seine Zeit zum Malen zwischen Mexiko und San Francisco auf. Während er in Genf aufwuchs, besuchte er  viele europäische Städte und ihre Museen, von denen er einige während der letzten 15 Jahre wieder besucht hat. Er ist auch nach Ägypten, Marokko, in die Türkei, nach Japan, Thailand, Kambodscha und Singapur gereist.

Xavier und seine Verwandten haben in Frida Kahlos Coyoacán-Nachbarschaft gelebt, welche bis heute eine lebendige Referenz für Frida Kahlo bleibt. Castellanos hat seit seiner Jugend ein persönliches Interesse an Frida Kahlo. Als Kind besuchte er Frida Kahlo's "Casa Azul" and ihre Arbeit machte auf ihn einen starken und bleibenden Eindruck. Er begann, alle Bücher über Frida und ihre Arbeit zu verschlingen und wurde bald ein Frida Experte. 1991 traf er Verwandte von Frida, unter anderen ihre Nichte und ihre Großnichte Cristina. Er traf auch Juan Coronel Riviera, einen Enkel von Diego Riviera. Sie alle sind bis heute gute Freunde. Castellanos hatte auch die Chance, sie sowie einige von Diego's Cousinen und andere Zeitgenossen von Frida zu befragen. Als Konsequenz dessen wuchsen sein Interesse und seine Kenntnis über Frida Kahlo ständig.

1995 gewann Xavier den Wettbewerb "Art of the XXth Century", der von der Louis O. Palmer Gallery am Muskingum College in New Concord/Ohio organisiert wurde. 1994 wurde ihm ein angesehenes Stipendium von dem "National Fund for Culture and the Arts of Mexico" zugesprochen.

Er arbeitete 1992 als Kurator und Koordinator der "Passion for Frida" Ausstellung am "Mexican Museum of San Francisco"; zwei seiner Bilder waren Teil der Ausstellung. Er hielt auch einen Vortrag mit dem Titel "Frida Kahlo and Mexican Art" am International House der UC Berkeley.

Eines von Xavier's Bildern wurde auf einer französischen Telefonkarte von Schlumberger vervielfältigt, um 1991 ihre hundertmillionste Karte entsprechend zu würdigen.  Im selben Jahr wurde er beauftragt, das Set, die Poster und das Programmdesign für die Aufführung "13 Rue de l'Amour" am "South Street Theater" in New York City zu übernehmen. Seine Werke wurden von mehreren Jurys für Ausstellungen am "Davis Art Center" (1996) und dem "Gallery House" in Palo Alto (1995) ausgewählt.

Städtische und ländliche Landschaften neu betrachtet

Landschaftsmalerei im heutigen Mexiko umfasst ein breites Spektrum an Visionen und Stilen. Sie beinhaltet sowohl markante mexikanische Panoramen als auch eine abstrakte Sicht von im Wandel begriffenen Landschaften, städtischen Motiven und farbigen Feldern. Eine facettenreiche visuelle Sprache, deren Bandbreite vom Realismus über den Surrealismus hin zur Abstraktion reicht, wird benutzt, um eine Landschaft zu beschreiben. Darüber hinaus variiert das, was eine natürliche oder städtische Landschaft ausmacht, von Bild zu Bild: ein Bergpanorama, Reihen von Gebäuden, ein turmförmiger Kaktus, ein fantastischer Garden,  totemartige Blöcke gebäudeförmiger Figuren, Straßennetze oder suggestive Farbflächen. Vor allem gibt uns die Landschaftsmalerei heute einen Sinn für den Ort, sei er auf dem Land, in der Stadt oder rein psychologisch, identifizierbar oder nicht.
Nachdem die Revolution 1921 endete, förderte die mexikanische Regierung die Entwicklung der Wandmalerei-Bewegung. Künstler wurden beauftragt die Wände öffentlicher Gebäude zu bemalen. Diese äußerst innovativen, talentierten und überwältigenden Maler arbeiteten mit einer kraftvollen und realistischen Sprache und etablierten auf dramatische Art und Weise eine Ikonografie und einen Stil, der Generationen von mexikanischen Malern inspirierte - so auch Xavier Castellanos.
In dem Werk von Castellanos finden wir ein breites Lexikon charakteristischer und erzählerischer Symbolik, zum Leben erweckt von einer erfrischenden Drang zu neuen Ausdrucksmöglichkeiten von natürlichen und urbanen Landschaften wie man sie in der zeitgenössischen Kunst selten sieht. Seine Ausdrucksstärke, seine Einfachheit und seine verspielte Führung innerhalb starker Konturen erinnern an den Expressionismus und Fauvismus. Sein Stil ist reichlich mit sinnlichen Kurven und einfachen Formen versehen.
Die mexikanischen Landschaftsbilder von Xavier Castellanos hallen gedanklich mit einem Sinn für Ort jedoch mangels einem Sinn für Zeit nach und suggerieren etwas von einem magischen Realismus. Sie locken uns mit ihren Ansichten farbenprächtiger Straßen, saftigen Gärten und pulsierenden Blicken. Die Bilder erwecken starke Gefühlstiefe, obwohl sie verschlafene Kolonialstädte und harmonische Landschaften porträtieren. Sie übertragen eine reichhaltige Sicht der Städte und Landschaften. Xavier's Bilder von städtischen Landschaften, glücklichen Leuten und Träumen fügen mehrere Schichten von Tiefe hinzu; reich an Farbe und gefüllt mit psychologischen Mitteilungen sind diese Bilder eine einzigartige Ausdrucksform des unterbewussten Schaffensprozesses von neuen Ideen und Kunst.


Kommentar des Künstler's zu städtischen Landschaften

Ich interessiere mich für die Probleme, die mit Stadtgegenden verbunden sind; Ich bin fasziniert und besorgt von ihrem Einfluss auf die in ihnen lebende Bevölkerung. Diese Sorge spiegelt sich in den vielen Formen von Verschmutzung in meinen städtische Landschaften Bildern wider (Umweltverschmutzung, visuelle Verschmutzung, sich verschlechternde Wohnverhältnisse, etc.). Meine Arbeit berichtet von Angelegenheiten, die in meiner Welt existieren und die mich im Moment direkt betreffen, in der Vergangenheit und in der Zukunft. Die Bilder bewerten unser soziales "Habitat" kritisch - Institutionen, Industrie und auch den Kulturbetrieb selbst. Sie sind das Resultat einer sozialen Konstruktion, welche an sich ein Produkt der Politik ist.
Die bestehenden  Zusammenhänge städtischer Landschaften (große Städte, in denen ich gelebt habe) sind das Objekt meiner kreativen Anstrengung. Auf der einen Seite sind die meisten der Bilder pessimistische Konstruktionen - Fragmente städtischer Landschaften, manchmal auf satirische und zynische Weise repräsentiert. Vergiftung, Wuchern, Kommunikationsmangel, Verzweiflung und der Mangel an Raum sind treffende Titel für einige der Stücke. Diese Bilder gehen über den unmittelbaren künstlerischen Horizont, um nicht-künstlerische Zusammenhänge zu adressieren. Ich will, dass sie schreien und den Nonsens, Verfall und die Unmenschlichkeit überfüllter Städte bezeugen, die im 20. Jahrhundert von unserer fortschrittlich-technologischen Gesellschaft, welche das Individuum hinten anstellt, geschaffen wurde.
Auf der anderen Seite, stelle ich mir Dichtung und Malerei oft als dieselbe Form von Kunst vor, in der farbige Striche und Wörter sich zu einem großen Ganzen verbinden. Genau wie Schriftsteller oft eine Geschichte zwischen den Zeilen erzählen, male ich eine Vision zwischen Farben und Ideen. Ich stelle überwältigende städtische Landschaften warnenden Träumen gegenüber. Virtuelle Farben dienen als visuelles Äquivalent für die "unsichtbare" Energie, die in der Wechselwirkung zwischen dem Künstler und der Landschaft auftritt. Ich stelle mir meine Gemälde als verschlüsselte "Karten" vor, die direkt vom realen und emotionalen Raum handeln. In diesem Zusammenhang könnte man sich die  oft kindlichen Figuren, Gebäude und Symbole, die durch die Bilder driften, als Kartographie dieser "Karten" vorstellen. Der Betrachter muss diese Karten für sich erleuchten, wenn er die Gedanken des Künstlers lesen will, und als Resultat dessen, in sich selbst. In
diesen Karten wird längst Vergessenes wiederbelebt, ausgelöschte Fragmente erscheinen wieder und Zeichen und Symbole sprechen miteinander; vielleicht sprechen sie leise über unsichtbare Spiegel, alte Labyrinthe, oder ihren eigenen unausweichlichen Tod.
Ich versuche, einen städtischen Kontext zu porträtieren, in dem, wie ich fühle, alle Reihenfolge vermischt und verwirrt wird: Tier, Gemüse, Gestein und Mensch. Ich male, zwischen Starrheit und Überfluss, zwischen großen, einheitlichen Flächen direkt neben kleinen detaillierten Teilen. Ich will zeigen, dass es Bewegung gibt, ein Fluss and Rückfluss eines breiten Lexikons typischer und erzählerischer Metaphorik. Ich will, wie schon andere vor mir, die Beziehung zwischen den Zusammenhängen des existierenden städtischen Verfalls und unserer politischen und sozialen Aktivität - oder dessen Mangel - hervorheben.

Die Glückliche Menschen Serie

Die im Jahr 2013 begonnene Glückliche Menschen Serie ist die neueste Bilderkollektion von Xavier Castellanos. Diese neuen Werke sind die Nachfolge und der natürliche Fortschritt seiner beliebten Städtische Landschaften Serie. So wie in jenen Bildern die Gebäude immer mehr den Charakter und die Form von Menschen annahmen, entdecken die neuen Bilder die Totemgestalt sowohl als physikalisches Konstrukt und emotionalen Kanal. Von alters her war die menschliche Gestalt die prominenteste Form in der gesamten Kunst. Von ägyptischen Säulen (4000 - 3000 v. Chr.), zu den römischen Säulen von Trajan (113 n. Chr.) bis hin zu indianischen Totems hat die menschliche Gestalt immer das Auge und die Vorstellungskraft von Künstlern und Sammlern eingefangen.

Mit der glückliche Menschen Serie feiert und sprengt Castellanos die Idee der menschlichen Form - im Bezug auf seine Geschichte und gleichzeitig auf der Suche, die Art und Weise wie wir den Körper begreifen zu verändern. Indem er der menschlichen Form erlaubt, außerhalb der physikalischen Einschränkungen von Gliedern und voll verwirklichten Torsos zu erscheinen, erzeugt Castellanos sehr originelle Portraits in welchen die emotionale und psychologische Geschichte einer oder mehrerer Personen dem Betrachter direkt vor Augen geführt wird. Das Adjektiv "Glücklich" scheint an dieser Stelle sowohl echt als auch ironisch, wie die individuellen Gesichter und Figuren, welche diese starken und intensiv farbigen Bilder ausmachen, die gesamte Bandbreite an Emotionen aufspannen. Völlig gleichgültig wie groß ihre Freude oder Verzweiflung sein mag, leisten diese leidenschaftlichen Figuren gegen einen Hintergrund menschlicher Erfahrung Widerstand; ein
Testament für die Begabung des Künstlers, Elementares und Intellektuelles in starken Farben und geschickten Pinselstrichen darzustellen.